Die Feierlichkeiten nach der erfolgreichen DFFL Saison 2014 sind nun abgeschlossen, die Vorbereitung für die 2015er Saison laufen auf Hochtouren. Nach vielen Trainingssessions in der Halle steht der Wechsel auf das Homefield an. Ein guter Zeitpunkt für ein kurzes Interview mit den Coaches Björn Dettmann (BD), Mirco Küchler (MK) und Philipp Scheider (PS)

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Philipp Scheider

CR: Wer die Snappers in den letzten Jahren begleitet hat, hat Euch schon auf und neben dem Feld gesehen. Wie sieht Euer Werdegang aus, Ihr habt klassisch bei den Piokids begonnen, richtig?

BD:*lacht*Ja, vielleicht als Coach. Als Spieler hab ich 2000 bei den Snappers angefangen, da war ich für die Kids schon ein paar mehr Jahre zu alt. In 12 aktiven Jahren hab ich WR, QB, DB und zuletzt LB gespielt. Daneben habe ich einige Jahre mit Philipp zusammen schon die PioKids trainiert und im ersten Meisterjahr der Snappers 2011 auch mit ihm zusammen als Spielertrainer die Snappers.

PS: Grundsätzlich hat Björn ja schon für uns geantwortet, da wir die meiste Zeit unseres Werdegangs gemeinsam vollzogen haben. Daher möchte ich eher etwas zu unserer Motivation sagen. Nach der erfolgreichen Saison 2011 mussten Björn und ich leider vorerst aufgrund von Verletzungen eine Pause einlegen. Ich nenne es mit Absicht Pause. Ich habe 2002 bei den Snappers angefangen, nach einer so langen Zeit hört man natürlich nicht einfach auf. Wir hatten immer einen engen Verbund zu den Snappers. Viele der heutigen Spieler haben wir schon bei den PioKids trainiert, mit anderen haben wir auf dem Platz viele Stunden verbracht. Viele Spiele der vergangen Saisons haben wir von der Seite aus verfolgt. Es wird für uns Zeit wieder mit einzugreifen. Um unser zweier Team zu verbessern, konnten wir mit Glück unseren guten Freund Mirco gewinnen.

CR: Du hast Mirco schon erwähnt. Hallo Mirco, Du bist jetzt auch seit X Jahren bei den Snappers. Was hast Du davor gemacht und wieso bist Du nun als auch Coach unterwegs?

MK: Moin Carsten, ja X Jahre klingt gut, ich müsste selbst mal rechnen wie lange ich jetzt schon bei den Snappers spiele. Angefangen habe ich ca. 2003/2004 mit Tackle-Football bei den Junior Devils. Als sich meine Jugendzeit dann dem Ende neigte wurde ich von Cajus zu den Snappers gebracht und lernte dort auch Björn und Philipp kennen. Ich glaube mittlerweile müsste das mein 8. oder 9. Jahr sein, steht das nicht auf dem Spielerpass *lacht*. Wie es nun kommt das ich dieses Jahr mit coache ist sowohl meinem Interesse als auch Björn und Philipp zu verdanken. Lust darauf hatte ich schon länger, als dann Björn und Philipp fragten wie es aussieht, ob ich mitmachen würde, war die Entscheidung für mich schon klar.

CR: Wie macht sich für Euch der Unterschied zwischen Spielertrainer und nun Vollzeit- Coaches bemerkbar? Was sagen die Spieler dazu, die in der Vergangenheit von Spielertrainern betreut wurden?

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Mirco Küchler

PS: Vollzeit-Coaches ist ein netter Begriff. In einer Flag-Mannschaft ist es häufig üblich, dass die Trainer auch auf dem Feld stehen. Eine Bewertung was besser ist und was nicht, möchte ich nicht machen. Ich habe häufig beobachtet, dass man von außen mehr vom Spiel sieht. Spielt man selber, konzentriert man sich häufig auf seine eigene Leistung. Als Vollzeit-Coaches erhoffen wir uns mehr auf jeden einzelnen Spieler einzugehen. Das große Potential insbesondere der jungen und neuen Spieler erfordert viel Zeit und die haben wir so auf jeden Fall. Wie die Spieler darüber denken, weiß ich noch nicht und wird sich im Laufe der Saison zeigen.

MK: Natürlich ist es ein Unterschied fürs Team ob der Coach mit auf dem Feld steht oder an der Sideline die Teamzone unsicher macht. Grade für mich wird das eine Umstellung werden. Ich habe einfach für mich entschieden, dass ich nicht immer gleichzeitig das Calling in der Offense übernehmen und in der Defense auf dem Feld stehen kann. Sicher, mir wird das am Game-Day schon fehlen, aber deshalb sage ich auch „nicht immer“ *lacht*. Was die Spieler dazu sagen, kann ich Dir leider nicht sagen, nur meine Ansicht kann ich Dir schildern. Spielertrainer und Vollzeitcoach hat beides Vor- und Nachteile. Zwar kann ein Spielercoach direkt auf dem Feld etwas bewirken, aber er ist nicht an der Sideline um dort die nächsten Schritte zu planen. Andersherum steht ein Vollzeit-Coach an der Sideline und ist machtlos wenn es grad einfach nicht funktionierten will, wohingegen der Spielercoach vielleicht genau das Zünglein an der Waage ist, um das Spielgeschehen zu ändern. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Entscheidung „Vollzeitcoach“ vielleicht ein kleines bisschen mehr Augenmerk auf Taktik im Spiel und im Training auf Individual-Coaching legen können.

CR: Die Snappers sind in den letzten Jahren sehr erfolgreich unterwegs. Alle Mannschaftsteile traten dominant auf und punkteten regelmäßig. Gerade die Offense zeigte sehr viele Big Plays. Woran wird man Eure Offense- Handschrift erkennen?

BD: Die Snappers waren unfassbar dominant in allen Mannschaftsteilen, das stimmt. Das ist ganz klar das Ergebnis der guten Kinder- und Jugendarbeit und des Vereinsumfeldes. Viele unserer heutiger Leistungsträger haben wir schon mit 13, 14 Jahren bei den PioKids gecoacht und 10 Jahre später sind sie im Flag den Pioneers treu geblieben. Natürlich sehe ich auch gerne Big Plays. Big Plays kann man jedoch nicht steuern und schon gar nicht erzwingen. Ich bin ein großer Freund von abwechslungsreichem Spiel, so dass sicherlich das Running-Game eine Rolle spielen wird. Vielleicht auch anders, als von manchem erwartet.

MK: Da hat Björn natürlich recht, Big Plays kann man nicht planen *lächelt*, aber ob nun mit Big Plays oder nicht, wir werden versuchen das Spiel für unsere Zuschauer und Fans interessant und für die Snappers erfolgreich zu halten. Bestimmt wird grade den eingefleischten Fans nicht entgehen, dass wir das ein oder andere Highlight einstreuen. Zudem wäre es sehr schade, wenn man das vorhandene Potenzial verpuffen lässt und sich nur auf die Hoffnung beschränkt, dass irgendwann mal ein Big Play funktioniert.

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Björn Dettmann

CR: Wir haben die Offense schon lobend erwähnt. Gerade in einigen wichtigen Spielen war aber auch die Defense stark am Erfolg der Snappers beteiligt, konnte manchen Vorsprung festhalten. Wird das Fan- Auge hier Veränderungen sehen?

BD: Die Defense war nicht nur in einigen wenigen Spielen stark. Die Defense gehört zur Spitzengruppe der Liga. Keine Offense kann ohne die Defense spielen. Es kann nicht jeder Offense-Drive zu einem Score führen. Die Defense hält dem Team den Rücken und den Kopf frei. Nach drei Jahren Pause sind Philipp und ich heiß und werden sowohl für die Offense, als auch für die Defense die ein oder andere Überraschung bereithalten.

PS: Eine gute Defense ist ein unglaublich wichtiger Teil einer Mannschaft. Football ist eine der wenigen Sportarten, wo eine so klare Trennung stattfindet. Am Ende eines Spiels ist es jedoch immer gleich. Es wird als Mannschaft gewonnen oder als Mannschaft verloren. Dadurch das neue Spieler kommen und alte Spieler gehen wird es hoffentlich immer eine Veränderung, Anpassung und Weiterentwicklung geben. Wir haben ein stark gemischtes Team dieses Jahr und werden mit Sicherheit auch für die langjährigen Zuschauer etwas Neues im Gepäck haben.

CR: Zum Schluss noch ein paar Worte zu den Zielen in der 2015er Saison. Wann wäre es für Euch eine erfolgreiche Saison?

PS: Die Snappers stehen für Spaß am Spiel. Ich möchte, dass sich jeder der Spieler so wohl fühlt und seine Jahre bei den Snappers so genießt, wie ich es getan habe. Ein Team zu bilden, was sich nicht nur in der laufenden Saison gut schlägt, sondern auch in der Zukunft viele Erfolge feiern kann, steht für mich an erster Stelle. Bei den Snappers bekommt keiner Geld. Alle sind da, weil sie Lust auf Flag-Football haben. Diese Lust sollen sie behalten und sich durch die Erfolge, die kommen werden, für ihren Einsatz belohnen. Die Meisterschaft ist natürlich immer das Ziel.

MK: Zum einen sicher mit dem Gewinnen der Meisterschaft, zum anderen aber auch wenn wir es schaffen – mit einigen unserer Ideen und Installationen – die Snappers auch in den kommenden Jahren in der Ligaspitze festzusetzen.

BD: Meisterschaft, ganz klar! Alles andere wäre gelogen und würde dieser Mannschaft nicht gerecht.

CR: Danke und viel Glück für die Saison.

Text&Fotos: Carsten Ruthemann

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